Regulierung von Sportwetten in Niederösterreich

Niederösterreich hat der Europäischen Kommission eine umfassende Regulierung von Sportwetten vorgelegt. Die aktuelle Gesetzgebung datiere effektiv aus dem Jahre 1978 und bedürfe aufgrund des technischen Fortschritts einer Grunderneuerung, wie die Regierung des größten österreichischen Bundeslands erläutert.

So trägt die neue Regulierung unter anderem den weit verbreiteten Sportwetten im Internet Rechnung. Doch auch Wett-Einrichtungen in Restaurants und anderen Geschäften sind von der Neuerung betroffen.

Die EU war zuvor mit Österreichs Umsetzung von Richtlinien zur Geldwäsche nicht zufrieden. In diesem Zusammenhang wurde sogar ein Vetragsverletzungsverfahren eingeleitet. Mit dem neuen Entwurf zur Regulierung von Sportwetten sei die Lage mit den Anforderungen der EU konform.

Die Bewerbungsphase ist noch nicht eröffnet

Im Rahmen der neuen Gesetzgebung können sich Wettanbieter für verschiedene Arten von Lizenzen bewerben. Es gibt eine Unterscheidung zwischen Online-Lizenzen und solchen für Wettbüros und anderen physisch erfassbaren Wett-Einrichtungen.

Für neue Lizenznehmer ist die Dauer zunächst auf 2 Jahre begrenzt. Wer seine Lizenz erfolgreich verlängert, kann dies gleich für 10 Jahre tun, wobei die Dauer bei den Online-Sportwetten grundsätzlich auf 2 Jahre begrenzt ist.

Ob die neue Regulierung tatsächlich schnell zum Inkrafttreten schafft, bleibt abzuwarten. Wenn dies aber geschieht, dann wird Tipico sehr wahrscheinlich unter den Bewerbern zu finden sein. Der Marktführer aus Deutschland hat den ausdrücklichen Wunsch, in voll-regulierten Märkten zu agieren.

In Deutschland haben sie sich mit anderen Anbietern im Deutschen Sportwettenverband (DSWV) zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist es, absolute Rechtssicherheit zu erlangen.

Neben Tipico wird auch der Glücksspielanbieter Mr Green unter den Interessenten erwartet. Mr. Green ist vornehmlich ein Anbieter von Online Casino-Spielen, hat aber auch Sportwetten im Repertoire. Übrigens verfügt der Sportwettenanbieter Tipico ebenso über ein Online Casino.

Die Auflagen der Regulierung forden die Wettunternehmen dazu auf, ihren Angestellten Training zum Themenbereich Verantwortungsvolles Spielen zu geben. Dies umfasst besonders das Erkennen von und den richtigen Umgang mit Anzeichen von Spielsucht.

Maßnahmen dieser Art sind für die europäische Glücksspielregulierung nichts Neues. Auch in der britischen und der maltesischen Glücksspielregulierung werden ähnlichen Auflagen angewandt und durchgesetzt. Außerdem muss der Wettanbieter den Kunden Beratung zum Thema Spielsucht anbieten.

Strenge Auflagen, die das Angebot einschränken

Eine weitere Auflage ist die Einschränkung des Wettangebots. So dürfen die Buchmacher zum Beispiel ausschließlich Wettquoten auf Sportereignisse anbieten. Wetten auf politische Ereignisse sind demnach nicht gestattet. Auch Livewetten werden als problematisch erachtet.

Da diesen vonseiten der handelnden Regierung ein größeres Suchtpotenzial zugeschrieben wird, sind nur ausgewählte Arten der Livewette erlaubt. So darf man während des Spiels auf den Endstand wetten, auf den Halbzeitstand, auf den nächsten Torschützen sowie das nächste Team, das einen Treffer landet.

Auch der Wetteinsatz pro Wette ist begrenzt. Die Wettanbieter dürfen Einsätze nur bis zu 350 € akzeptieren. Dabei sind die finanziellen Umstände der jeweiligen Kunden unerheblich, dieser Maximalbetrag ist für alle Spieler gleich.

Wie auch in Deutschland soll nicht der Ertrag der Anbieter mit einer Sondersteuer belastet werden, sondern der Wetteinsatz. Dieses Modell hat in Deutschland dazu geführt, dass sich fast alle Wettanbieter diese Steuer direkt vom Spieler zurückholen. Um die 5% Steuer auf den Wetteinsatz zu begleichen, werden in Deutschland in der Regel 5% des Wettgewinns einbehalten.

Ob die Anbieter sich um die Glücksspiellizenz aus Niederösterreich reißen werden, bleibt abzuwarten. Die Auflagen und Regularien gehen teilweise weit über die schon strengen Anforderungen aus Großbritannien und Schweden hinaus.

Die Besteuerung des Wetteinsatzes statt des Ertrags trägt zu größerer Ungewissheit aufseiten der Sportwettenanbieter bei. Die Beispiele aus Europa zeigen auch, dass vor allem umfassende Gesamtregulierungen des Glücksspielmarktes zu stabiler Matktlage und verbessertem Spielerschutz beitragen.

Den Fokus nur auf Sportwetten zu legen, aber andere Glücksspielarten wie Lotto und Casino dabei zu vernachlässigen, erhöht die Gefahr eines weiteren gescheiterten Regulierungsversuchs.

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